Erholt aufwachen und ausgeschlafen in den Tag starten: so sollte es immer sein.

Für Menschen mit Schlafstörungen sieht das anders aus. Sie sind oft morgens schon müde, antriebslos und alles andere als ausgeruht. Ein Beispiel: das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, kurz OSAS. Wer unter dieser schlafbezogenen Atemstörung leidet, kennt Symptome wie Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen.

Wird diese weitverbreitete Form der Schlafapnoe nicht erkannt und behandelt, drohen langfristig weitaus größere Risiken für die Gesundheit wie:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Depressionen
  • Schlaganfällen

OSAS – was steckt dahinter?

Auch wenn der Begriff Schlafapnoe erstmal harmlos klingt, die negativen Folgen für die Gesundheit können drastisch werden. Experten gehen davon aus, dass eine unbehandelte Schlafapnoe die Lebenserwartung um bis zu 10 Jahre verringern kann.

Das Problem: Bei vielen Menschen bleibt die Krankheit unentdeckt, weil die Betroffenen nicht zum Arzt gehen.

  • Sie leiden fast täglich unter starker Müdigkeit?
  • Sie schlafen häufig tagsüber ein?
  • Sie schnarchen laut?
  • Sie wachen immer wieder kurz auf, weil der Atem aussetzt?

Dann sollten Sie in jedem Fall eine Facharztpraxis aufsuchen, um eine mögliche Schlafapnoe abzuklären. Die Experten fragen zunächst einmal das Schlafverhalten und die Tagesschläfrigkeit mittels Fragebögen ab. Auch die Partnerin oder der Partner werden in die Diagnostik miteinbezogen. Schließlich ist das OSAS häufig mit extremen Schnarchgeräuschen verbunden – eine Belastung für alle Beteiligten.

OSAS erkennen und Risiken senken

Deuten alle Anzeichen auf eine Schlafapnoe hin, sollte eine genauere Diagnostik im Schlaflabor oder mittels einer ambulanten Polygrafie erfolgen. Hier werden Schlafparameter wie Atemfrequenz, Puls, Körperlage, etc. aufgezeichnet und ausgewertet. Steht die Diagnose fest, muss die Ursache der Atemwegsverengung gefunden werden. Die Risiken sind vielfältig:

  • ein weit zurückliegender Unterkiefer
  • vergrößerte Mandeln
  • Fettablagerungen in Rachen und Gaumen
  • Rauchen und Alkoholkonsum
  • Übergewicht

Je älter wir werden, umso größer die Risiken einer obstruktiven Schlafapnoe. Zudem sind Männer häufiger betroffen als Frauen.

Kieferorthopädische Schienentherapie bei OSAS

Die Verengung der Atemwege in der Nacht wird häufig durch ein Zurücksinken des Unterkiefers bzw. des Zungengrundes verursacht.

In der Therapie von OSAS werden deshalb seit etwa 20 Jahren sogenannte Unterkieferprotrusionsschienen eingesetzt. Diese Schienen halten den Unterkiefer in einer vorgeschobenen Position fest und die oberen Atemwege bleiben geöffnet.

Die CPAP-Therapie:
Der Goldstandard in der Therapie von OSAS ist die sogenannte CPAP-Maske. Hier wird mittels Überdruck Luft in die Atemwege gepumpt, damit diese nicht kollabieren können. Wichtig ist hier eine individuelle Einstellung des Geräts und eine Anpassung der Maske. Auch chirurgische Eingriffe können hilfreich sein, sollten jedoch aufgrund der Invasivität sinnvoll abgewogen werden. Unterkieferprotrusionsschienen werden vor allem bei leichten bis mittelschweren Formen oder einer Unverträglichkeit der CPAP-Maske empfohlen.

Bei Erwachsenen setzen wir sogenannte Unterkieferprotrusionsschienen zur Therapie der obstruktiven Schlafapnoe in der KFO-Praxis ein. Die Schiene verbindet den Ober- mit dem Unterkiefer, um ein Zurücksinken des Unterkiefers während des Schlafs zu verhindern. Voraussetzungen sind ein gesundes Gebiss und ein gesundes Kiefergelenk.

Die Kieferorthopädische Behandlung als präventive Maßnahme bei OSAS

Die wohl häufigste behandlungsbedürftige Fehlstellung der Kiefer in Europa ist die Unterkieferrücklage. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen setzen wir hier auf sanfte Maßnahmen.

Denn auch Kinder können unter einer obstruktiven Schlafapnoe leiden, was umso mehr für eine kieferorthopädische Therapie spricht. Individuell angefertigte funktionskieferorthopädische Geräte fördern das Unterkieferwachstum und können damit einer OSAS vorbeugen.